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Lehrbuch Psychographie - Menschenkenntnis mit System

 

 

Leseprobe S. 9

Vorläufer der modernen Psychographie

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Vorläufer der modernen Psychographie

 

Sigmund Freud (1856-1939) benutzte die Begriffe 'Ich', 'Es' und 'Über-Ich' - ein früher Hinweis auf unterschiedliche Anteile der menschlichen Persönlichkeit.

C. G. Jung (1875-1961) veröffentlichte ein Werk mit dem Titel "Psychologische Typen". In den Sprachschatz eingegangen sind daraus die Begriffe 'introvertiert' und 'extravertiert'.

Alfred Adler (1870-1937) versuchte in seinem Buch "Menschenkenntnis" ebenfalls, verschiedene Charaktere zu unterscheiden. Adler bezog sich dabei meist auf typische Erkrankungen; eine systematische Typologie hat er nicht entworfen.

Eric Berne (1910-1970) entwickelte 1949-1960 seine 'Transaktionsanalyse'. Er schrieb: "... dass unser Fühlen, Denken und Verhalten von jeweils verschiedenen Anteilen in unserer Persönlichkeit bestimmt werden, die als Eltern-Ich, Erwachsenen-Ich oder Kind-Ich bezeichnet werden." Berühmt wurde die Transaktionsanalyse vor allem durch den Psychiater Thomas Harris und dessen Buchtitel "Ich bin o.k., du bist o.k.". Dietmar Friedmann bezog sich 1990 in "Der Andere" ausdrücklich auf Berne.

Den Begriff 'Psychographie' in die Psychologie eingeführt hat Gordon W. Allport (1897-1967), der Begründer der 'Personalen Psychologie'. Nach seiner Auffassung geht die Psychographie davon aus, "..dass das Individuum (..) durch Maßzahlen (Bewertungen) in einem Psychogramm deutlich gemacht werden kann." (nach Dorsch, Psychologisches Wörterbuch) Der Ansatz Allports hatte jedoch über die psychologischen Fachkreise hinaus keinen erkennbaren Einfluss, auch wenn sein Beitrag von anderen Fachautoren gewürdigt wird.