6. April 2005, Autor: Werner Winkler

 

Typerkennung am (Geschäfts-)Telefon

 

Wie bei der psychographischen Typerkennung allgemein ist es auch bei der Typerkennung am Telefon so, dass jeder Beobachter/Zuhörer sein eigenes Unterscheidungsschema entwerfen muss. Trotzdem gibt es einige Tipps und Leitlinien, nach denen 'gefahndet' und gesammelt werden kann.

Für den Anfang ist es möglicherweise nützlich, sich jeweils nur einen Beobachtungspunkt vorzunehmen und nebenbei zu sehen, ob weitere extrem auffällig sind. Hundertprozentige Sicherheit in der Typerkennung gibt es (zumal ohne Mitwirkung des Gegenübers) jedoch nie!

 

Beobachtungsmerkmal

Handlungstyp

Beziehungstyp

Sachtyp

1. Sprechgeschwindigkeit, Pausen

normal

eher zu schnell

eher zu langsam

2. Worthäufung: Ja/Vielleicht/Nein

Nein, nicht, ne! neinnein, ach was
(vermeidet das Ja)

Ja, doch, gern, aha nett, positiv
(zögert selten)

mmh, tja, aber, womöglich, aah
(vermeidet Nein)

3. Lautstärke, Sprachmelodie

eher laut und deutlich, wenig Sprachmelodie; evtl. stakkatoartig

bei Unsicherheit undeutlich, hell, kindlich, fröhlich, wechselnde Lautstärke

leise, nuschelig, evtl. gepresst laut, wichtig und ernst wirkend, zögend, monoton

4. Kontaktverhalten

sehr geschäftlich ausgerichtet, kaum Humor oder Spaß, nichts Privates, keine persönliche Kontaktaufnahme

erzählt etwas Privates oder Aktuelles, ist neugierig, mit wem er es zu tun hat oder wie es dem Anrufer gerade geht

vorsichtige Annäherung, wägt ab ob Vertrauen da ist, skeptisch bis misstrauisch wenn Anrufer nicht bekannt

5. Einwürfe, Zwischenlaute

evtl. sympatisches kurzes Lachen oder Zwischenrufe, kaum Nachfragen oder Neugier zu erwarten

Jaja, oh, erstaunte oder kichernde Bemerkungen, die kaum einmal ernst gemeint sind

"Urlaute", deutlich hörbares Räuspern oder Schlucken, Pausenlaute, Atmen

6. Gesprächsanfang, -ende

sofort deutlich zu Beginn (Wer da?), evtl. auch freundlichgespielt den Namen oder die Funktion; beendet rasch oder erst sehr spät; im Geschäftlichen eher kurz angebunden, privat oft extrem lange Gespräche möglich

neugierig, aber rasch enttäuscht, dass kein privater Anruf; Namen evtl. undeutlich; braucht rasche Ansprache; Ende evtl. sehr plötzlich-apruppt; verlängert die Unterhaltung über das notwendige Maß hinaus

langsame, betonte Namensnennung, evtl. auch Titel. Kann dann zunächst schweigen; kann kaum selbst beenden (= Nein); versucht trotzdem häufig, das Telefonat sehr kurz zu halten (Zeit-Geld-Ökonomie)

7. Wortwahl allgemein

viele Verben oder auch "Kraftausdrücke"sehr deutliche Wortwahl, evtl. sogar polternd oder überfallartig

ausschmückende Adjektive, blumige Sprache; springt zwischen den Themen hin und her; naiv-fragend-neugierig

häufig Substantive oder lange Sätze, verheddert sich in Details, verliert den Faden, wechselt das Thema bei Abneigung dagegen

Ob übrigens ein Gespräch als sinnvoll (BT), angenehm (ST) oder spaßmachend (HT) erlebt wird, erkennt man leicht daran, ob die jeweiligen Ressourcen genutzt werden (jeweils eine Spalte weiter zu finden).

 

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