Artikel aus Nr. 6, November 2002, Autor: Petra Vogel

 

Gedanken einer Psychographin beim Durchblättern alter Schulzeugnisse ...

 

 

Der Abend war schaurig, traurig, weil ich plötzlich das Bedürfnis hatte, mir meine

Grundschulzeugnisse noch mal durch die Psychographenbrille anzusehen. Hätten

alle Lehrer damals schon Ahnung von Psychographie gehabt, wäre ich sicherlich

eine recht gute Schülerin gewesen.

Mir fiel auf, außer der Bemerkung, dass ich ein kindliches Verhalten hätte, dass ich in

der Mitarbeit oft befriedigend bis unbefriedigend (was die schlechteste Beurteilung

war) bekam. Mit der Begründung, dass ich mich selten meldete und ein langsames

Arbeitstempo hatte.

Weiterhin stellte ich fest, dass ich in den Fächern, die neu hinzukamen, zuerst gut

war, dann nur noch befriedigend. Mathematik war immer schlecht, auch textiles

Werken. Als ich darüber nachdachte, fiel mir ein, dass ich meine praktischen

Fähigkeiten, die ich ja durchaus habe, mir schwerlichst angeeignet habe, um nicht

ständig um Hilfe bitten zu müssen. Aber es ist mir nach wie vor ein Gräuel. Deutsch

fand ich auch oft recht gut, manchmal sackten aber selbst da die Leistungen ab und

ich grübelte, warum.

Die Begründung ist letztlich einfach. Bei den guten Noten erinnere ich mich auch an

die Lehrer, bei den schlechten Noten nicht. Also, hatte der Lehrer mich bemerkt und

dadurch motiviert, dass er auf mich zukam, waren auch meine Noten ganz

annehmbar.

Insgesamt hatte ich allerdings eher Noten im unteren Bereich als im oberen. Viele

hielten mich damals einfach für dumm.

Nur wenige erkannten, dass ich nur mehr Zeit und Aufmerksamkeit gebraucht hätte.

Bekam ich das nicht, resignierte ich und wurde, bzw. blieb einfach faul…

 

Überarbeitete Version 2003-02-17 - Ausgabe PsychoPraktika Nr. 6 , November 2002

© Petra Vogel. Dieser Text stammt von www.PetraVogel.de

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