Artikel aus Nr. 3, November 2001, Autor: Diethart Verleger

 

Ein psychographischer Abend' ... bei H. in B.

 

Anmerkung der Redaktion: Auch um dem Vorurteil zu begegnen, Lehrer könnten nur aus-gefeilte Texte zum Besten geben, baten wir Diethart Verleger um einen spontanen und persönlichen Kurzbericht (wie er ihm aus der Feder fließt). Wir meinen, dass der Charakter eines 'psychographischen Abends' damit sehr gut getroffen ist.

 

So fing alles an: Treffpunkt war der feine Audi A4 Avant von 'Handlungstypfrau' Christa R.

Schon an der Tankstelle gab es die ersten Auffälligkeiten: Beziehungstyp Verena bot dem Sachtyp Diethart V. (also dem Autor) einen Kaugummi an, worauf mir die Plombe meines Weisheitszahnes herausfiel, die ich sofort sorgfältig in meinem Geldbeutel verstaute (im ersten Schock dachte ich sogar, dass es sich um die Ecke eines Zahnes handeln könnte).

Nach einer anstrengenden Autobahnfahrt mit einem 10km langen Stau vor Ulm wurden wir sehr freundlich von Herrn H. und Familie empfangen.

Das Haus beeindruckte mit seiner großzügigen Gestaltung, den vielen lichtdurchfluteten Fenstern und einem wunderbar aufgebauten Buffet.

Wir waren ca. 18 Teilnehmer und nahmen an einer großen Tafel im Wintergarten Platz. Sie war festlich geschmückt und nach einer kurzen Tischrede begann der pikante 'Reformhausschmaus' (Frau H. betreibt ein Reformhaus).

Der 'Altvater' der Psychographie, Herr Dr. Friedmann saß mir schräg gegenüber. Es wurden viel Scherze gemacht, gelacht, gespaßt und quer über den Tisch geredet. Der 'psychographische Blick' lag in der Luft. Schubladen wurden aufgemacht, es wurde wild herumgedacht und analysiert, wer wohl in welche Kiste passen würde! Da es so viele Kombinationen gibt, war ein großes Ratespiel im Gang.

Nur die alten Hasen in der Runde wie Werner Winkler betrachteten mit Schmunzeln, Grinsen und kritischer Distanz das eifrige Gerede. Jeder gab seinen Standpunkt zum Besten! Jeder fühlte sich als der Vertreter seines Typs.

Bei Sekt, Wein, Tee, Wasser und Saft kam eine ausgelassene Atmosphäre auf, die die Gespräche anregte. Gegen später durften wir noch die großen und sehr gut aufgeräumten Zimmer der Kinder besichtigen. (..)

Nach Mitternacht löste sich die gesellige Runde auf. Sach-, Handlungs- und Beziehungstypen stiegen friedlich in die zur Heimfahrt bereitstehenden Autos und neckten sich mit ihren Eigenheiten. Ein langer, schöner Abend mit viel neuen Kontakten ging zu Ende.

 

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