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Artikel aus Nr. 5, Juli 2002, Autor: Werner Winkler
Psychographie im Alltag: Ein kleiner Handlungstyp auf der Reise Eine wahre Geschichte
Auf der Zugfahrt im ICE nach Berlin stieg beim ersten Halt eine Mutter mit zwei kleinen Kindern ins 6er-Abteil. Leicht zu erkennen war, dass es sich bei dem ca. 5-jährigen Jungen um einen Handlungstyp wie aus dem Lehrbuch handelte. Gleich sprang er mit Schuhen auf den freien Sitz am Fenster und reklamierte ihn mit deutlichen Worten für sich. Kaum war der Zug angefahren, probierte er sämtliche erreichbaren Schalter und Hebel aus - und ärgerte sich ausführlich, wenn sich trotz allen Kraftaufwandes nichts bewegte. Als er auch noch anfing, mit einem Kinderstempel die Wandvertäfelung zu verzieren, schritt ein Reisender ein: "Wenn du das weiter machst, kommt der Schaffner und holt die Polizei!" Schlagartig war er still und artig. Bald aber fing er an, seine kleine (Beziehungstyp-) Schwester mit strengem Ton aufzufordern, ihr sofort die Mal-stifte auszuhändigen. Als die Mutter das unterband, presste er mit entsprechendemGesichtsausdruckher-vor: "ich könnte dich töten". Der Autor und eine ältere Dame machten sich daraufhin einen Scherz und diskutierten laut, ob man den Kleinen nicht mit nach Berlin nehmen solle. Der Junge war sichtlich verstört, als er das hörte - während seine Schwester beim Aussteigen noch einmal fragte: "Ihr nehmt ihn doch mit, oder?"
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