4. November 2004, Autor: Bernhardt Heerdt

 

Organisationspsychologie und Psychographie

 

Die Welt rückt uns auf den Pelz

Informationen und Kapitalströme umrunden unseren Globus mit Lichtgeschwindigkeit, Personen schaffen diese Umrundung 50 mal schneller als Jules Verne in seiner phantastischen Reise und selbst größte Mengen von Handelswaren transportieren wir in nur wenigen Tage von einem Ende der Welt zum anderen.

Diese globalen Bewegungen haben immer ein Ziel: Möglichst schnell an dem Ort zu sein, wo gerade im Moment der höchste Gewinn für den Einsatz zu erwarten ist.

Als besonders erfolgreich gilt, wer in diesem ökonomischen Sinne in kürzester Zeit ein Maximum erwirtschaftet.

Was wir können, können andere in kürzester Zeit genauso gut oder besser und dazu auch noch zum geringeren Preis. Diese Spirale scheint sich immer schneller zu drehen.

So haben wir die Schwelle eines sozialen und ökonomischen Umbruches längst überschritten. Liebgewonnene Besitzstände, gewohnte Strukturen ja sogar komplette Lebensentwürfe müssen umdefiniert werden. Die betroffenen Menschen erleben Ängste, Abschied, Verlust. Aber es gibt auch Gewinner !

 

Die Verantwortung der Kommunikation

Begleitet wird dieser Strukturwandel von schwierigen Kommunikationssituationen.

Leider sind viele Menschen nur ungenügend auf den aktuellen Wandlungsprozess vorbereitet und leider erscheint den meisten von uns Kommunikation als etwas so Selbstverständliches, dass wir die implizierten Probleme gar nicht wahrnehmen. Eine besondere Beachtung derselben erachten wir daher nicht für notwendig.

Wir lernen auf der Schule zwar unsere Muttersprache kennen und setzen uns mit Ihren Regeln auseinander, aber über die individuellen Interpretationen der mit ihr transportierten Informationen erfahren wir herzlich wenig und wenn überhaupt dann aus Übersetzungsaufgaben im Umgang mit Fremdsprachen.

Mit Sicherheit verschärfen sich die Probleme, wenn die Kommunikation, die diesen aktuellen Wandlungsprozess in all unseren gesellschaftlichen Organisationsformen zwangsläufig begleiten muss, unterbunden oder von Missverständnissen geprägt wird.

 

Erfolg durch gute Kommunikation

Eine Organisation, egal ob Familie, Staat oder Großkonzern, die über eine entwickelte Kommunikationskultur verfügt besitzt dagegen eine überlegene Leistungsfähigkeit die sich auch im Globalen Wettbewerb im Erreichen der Erfolge äußert, die sich diese Organisation wünscht.

Organisationen werden aus verschiedenen Blickwinkeln beobachtet. So stehen in der wissenschaftlichen Untersuchung von Organisationen für den Ökonomen die wirtschaftlichen Daten, für den Soziologen die sozialen Systeme und für den Psychologen das einzelne Organisationsmitglied im Vordergrund.

Organisationspsychologie untersucht also das Verhalten des Einzelnen innerhalb einer Organisation und welchen Einflüssen dieses Verhalten ausgesetzt ist.

Eine Organisation kann nur durch kommunikative Mittel entstehen und fortbestehen. Je besser die Kommunikation funktioniert, desto erfolgreicher wird die Organisation sein. Flache Hierarchien, Dezentralisierung und Übertragung von Verantwortung auf Mitarbeiter verbunden mit kurzen Entscheidungswegen sind meist äußere Merkmale einer erfolgreichen Organisation.

Ein gesamtgesellschaftliches Ziel muß es meiner Ansicht nach daher sein, unser aller Kommunikationfähigkeiten zu optimieren. Voraussetzung dafür einerseits das Recht sich selbst verstehen und typgerecht entwickeln zu dürfen und andererseits die Pflicht den Mitmenschen respektvoll in seiner Eigenart anzunehmen.

Gute Kommunikation kann nicht nur erlernt werden, sondern es ist ein Erfordernis der Zeit dies auch zu tun.

 

Gute Kommunikation durch Psychographie

Psychographie bietet den geeigneten Zugang zu einem zielorientierten Lernprozess. Insbesondere folgende Störungs-/Konfliktursachen der Kommunikation innerhalb von Organisationen können mit Psychographie gezielt angegangen werden

- Sprachkonflikte (Codierung der Information)

- Deutungskonflikte (Zuordnung der Information)

- mangelnder Ausgleich unterschiedlicher Interessen, Bedürfnisse, Werte, Normen

- mangelnde Informationsquantität & -qualität,

- mangelnder Umgang mit Stimmungen, Erwartungshaltungen........

- Diskrepanz zwischen bewußter und unbewußter Kommunikation

- Unterschiede zwischen Eigen- und Fremdwahrnehmung

- Äußere Einflüsse z.B. Einmischung, Indirektheit und.......

- Stress

 

Das psychographische Meta-Modell unterstützt die Umsetzung der Erkenntnisse der Organisationspsychologie in geeignete Aktivitäten einer modernen Betriebsführung.

Es ist alles andere als einfach Menschen zu beurteilen ohne zu werten. Aber es ist der einzige Weg Menschen gerecht zu werden und sie zu optimaler Leistungsentfaltung zu führen.

Denn es ist nur der Mitarbeiter in Deutschland überbezahlt, der vom Management nicht entsprechend seinen Fähigkeiten, Entwicklungsmöglichkeiten und Vorlieben eingesetzt wird.

 

Dipl.-Ing. Bernhard Heerdt

psychographischer Typberater (PGI)

Weidenberg, 04.11.2004

 

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