Artikel aus Nr. 4, März 2002, Autorin: Ines W.

 

Psychographie im Alltag: Ein gegenwartsorientierter* Zahnarzt bei der Arbeit

 

Eine wahre Geschichte, erlebt von Ines W.

Herr Dr. S. verließ das Behandlungszimmer nach abgeschlossener Vorbehandlung seiner Patientin W. - eine halbe Stunde später war eine daran an-schließende Weiterbehandlung nötig.

Dr. S. trat nun also wieder an die wartende Patientin heran, schaute ihr ins Gesicht, begrüßte sie mit Handschlag und fragte: "Wo haben Sie denn Beschwerden?"

Patientin W. saß daraufhin mit offenstehendem Mund im Behandlungsstuhl - einerseits wegen der zu erwartenden Weiterbehandlung, andererseits vor Verblüffung über den akuten Gedächtnisschwund ihres Gegenübers.

Dr. S. schaute ihr in den Mund. Erst da fiel es ihm wieder ein, dass er am heutigen Tag (vor einer halben Stunde) eben an diesem Gebiss schon einmal tätig war...

Was sagt uns das? Auch wenn man sein Gesicht verloren hat, gibt es gute Chancen, dass man anhand seines Gebisses wiedererkannt wird - und das nicht erst in der Pathologie!

* gegenwartsorientiert - psychographisch für Menschen, die den Moment verstärkt erleben, dafür die Vergangenheit schwächer.

 

 

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