Ein Sachtyp bei Dr. Milton Erickson
von Werner Winkler (aus PsychoPraktika Nr. 6/2002)

 

Dass sich das Wissen um unterschiedliche psychographische Typen in den verschiedensten Anwendungsbereichen nutzbar machen lässt, zeigt sich immer mehr. Bereits in der älteren psychologischen Literatur gibt es Hinweise darauf, dass gute und einfühlsame Therapeuten 'intuitiv' das für die unterschiedlichen Typen passende gemacht haben.

Ein Beispiel findet sich bei Milton H. Erickson, dem Wiederentdecker der Hypnose und geistigen Vater so vieler innovativer Therapieentwicklungen:

»Eine weitere Versuchsperson, eine Diplompsychologin, hatte große Schwierigkeiten, in eine tiefe Trance einzutreten. Nach mehreren Stunden intensiven Bemühens fragte sie schüchtern, ob sie einen Rat bezüglich der Technik geben könne, obwohl sie keine vorherige Erfahrung mit Hypnose hatte. Ihr Angebot wurde gern angenommen, worauf sie folgenden Rat erteilte:

"Sie sprechen an diesem Punkt zu schnell; Sie sollten das sehr langsam und nachdrücklich sagen und immer wiederholen. (...) und bitte, machen Sie hier und da eine Pause, um mich ausruhen zu lassen."*

Mit ihrer Hilfe kam in weniger als einer halben Stunde eine tiefe Trance, (...) zustande.«

 

*aus: Erickson/Rossi: Hypnotherapie, Klett, S.87

 

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