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Artikel aus Nr. 2, Juli 2001, Autorin: Angelika Carle
Wie unterschiedliche Persönlichkeitstypen ihre Zimmer aufräumen ... von Angelika Carle
Eine Aufräumaktion meines (Beziehungstyp-) Sohnes W. sieht folgendermaßen aus: Irgendwann packt ihn der 'Rappel' und er beschließt, sein Zimmer aufzuräumen und zu putzen. Beginn zehn Uhr morgens. Er räumt aus, räumt um und hin und her, sortiert aus, putzt und staubwedelt, stapelt Berge von Müll, aussortiertem Nützlichem und Unnützem, Tüten und Kartons im Flur, so dass fast kein Durchkommen mehr ist. Diese Dinge müssen später dann natürlich noch nach Müll, Wertstoffe und Flohmarkt sortiert werden, wobei dann wir als ganze Familie mit einbezogen werden. Und er bringt es fertig, auch morgens um drei oder vier Uhr noch den Staubsauger anzuwerfen. Da kennt er kein Pardon. Ende der Aktion? Fast ohne Pause zu machen, am nächsten Tag so gegen zwei Uhr Mittags. Doch dann ist sein Zimmer wieder tiptop in Ordnung. Er ist zwar total geschafft, aber zufrieden mit sich und der Welt. Jetzt räumt er noch sporadisch das Notwendigste auf, oder überzieht sein Bett neu ... Bis ihn wieder der Rappel packt!!!
Eine Aufräumaktion meines (Sachtyp-) Sohnes T. sieht dagegen so aus: Auch ihn muss der 'Rappel' packen; aber bitte ein gemächlicher Rappel, der meist dadurch ausgelöst wird, dass er in seinem Zimmer nicht mehr laufen oder sitzen kann, weil jeder freie Fleck zugestellt ist (außer dem Bett). Dann beginnt er ganz systematisch in einer Ecke seines Zimmers und arbeitet sich da-von ausgehend langsam vorwärts. Er beginnt, seine Stapel auszusortieren und neu zusammenzustellen. Er wischt Staub - wo unbedingt nötig, auch feucht. Dann noch staubsaugen. So gegen Abend hat er seiner Meinung nach genug gearbeitet. Immerhin ist circa ein Drittel (von der Ecke ausgehend), aufgeräumt - die anderen zwei Drittel wurden wohlgemerkt noch nicht berührt. Nach einigen Wochen beschließt er, weiterzumachen und schafft dann das zweite Drittel. Das letzte Drittel muss ebenfalls noch ein paar Wochen warten, bis es drankommt. Somit kann sich eine Aufräumaktion schon über mehrere Wochen hinziehen. Überlegt, einigermaßen gründlich und ja nichts überstürzend, immer eins nach dem anderen, es müssen ja schließlich auch Pausen gemacht werden! Nun kann das (Sachtyp-) Zimmer wieder über längere Zeit bewohnt werden - bis die Berge zu hoch werden und wieder kein Platz zum Laufen mehr bleibt. Solange bleibt auch T. mit sich und seinem Zimmer zufrieden...
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